2020

Ostern zu Corona-Zeiten im Waldhaus

16.04.2020 11:00

Der Corona-Virus beeinflusst auch die Ferienzeiten und Wochenenden im Waldhaus. Auf Anraten des Landesjugendamtes und in Absprache mit den Eltern blieben die meisten Kinder in diesem Jahr in den Osterferien bei uns. Wie gut, dass dank moderner Techniken doch etliche Videotelefonate nachhause stattfinden konnten und das Heimweh zu minderten.

Nicht einfach war diese Aufgabe auch vor allem für das Erzieherteam der Einrichtung. Anstatt sich von den Aufregungen und Anstrengungen der letzten Wochen erholen zu können, ging der Dienst rund um die Uhr weiter. Heimleiter Wolfgan Ihle unterstützte dies gleichermaßen durch Dauerdienst, um für „seine Erzieher“ präsent sein zu können.

Wie schön, dass auch einige Menschen an das Waldhaus dachten. So traf eine Spende einer engagierten Großmutter ein, dank derer schöne Osternester für jeden Erzieher beschafft werden konnten.

Schulleiterin Ursula Grass konnte am Karfreitag im Karlsruher Geschenkeshop „Butlers“ entzückende Osterkörbchen mit Kuschelhasen, Hasenohren, netten Dekomaterialien und feinen Süßigkeiten abholen.

Auch eine lokale Firma "persona service" Rastatt spendete leckere Schokohasen für die Kinder.

So gelang am Ostersonntag eine wunderbare Osterüberraschung für alle Heimgruppen.  Groß war die Freude bei allen Kindern und ErzieherInnen als sie vor der Schule beim „Osterhasen“ ihre Geschenke abholen durften.

Das Waldhaus bedankt sich ganz herzlich  für die tollen Spenden, die so viel Freude bereitet haben!

 

Schutzmasken nähen - STAY@HOME and SEW MASKS

28.03.2020 23:59

"Die Empfehlung des "Deutschen Ärztebundes", durch  Tragen von Schutzmasken die Verbreitung des Coronvirus Covid-19 zu verringern, führte dazu, dass immer Menschen auf der Suche nach momentan nicht verfügbaren  Hygieneartikel  Ausschau  halten.

In meiner letzte Woche gegründeten Facebook-Gruppe "Gesund und bunt- Schutz vor dem Mund"  erreichen mich immer mehr Anfragen, ob  Mundschutze für Privatpersonen zur Verfügung gestellt werden können. Ich nähe ehrenamtlich und kostenlos für Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen und auch für Schulen mit Notfallbetreuungen,  für  Familie/gute Freunde- einer Pflegestation sowie einer Arztpraxis konnte schon geholfen werden. 

Netzwerke in der Gruppe wurden gebildet, Stoffspenden gingen ein, Masken wurden aus Berlin und Hamburg helfen nun MitarbeiterInnen und Kindern in Kinderheimen.

Ich schaffe es nicht - und das gilt für viele fleißige Näherinnen der Gruppe - für mehr Privatpersonen zu nähen. Auch verkaufe ich die Masken nicht, sie sollen kostenlos für gute Zwecke abgegeben werden. Mittlerweile summieren sich auch die Portokosten. 

Deshalb rufen ich auf: BITTE GRÜNDEN SIE LOKALE NETZWERKE! Bestimmt haben Sie jemand im Bekanntenkreis der nähen kann und Baumwollstoffreste besitzt, auch Baumwollbettwäsche kann verwendet werden .

BiILDEN SIE TEAMS: einer schneidet und bügelt Falten ein, stellt Schrägband her oder biegt den Draht , der andere näht- das kann man gut GEMEINSAM in räumlich getrennten Haushalten durchführen.

Das gemeinsame Schutzmaskennähen ist aber auch ein tolles Projekt für die ganze Familie. Kinder und Jugendliche können dabei prima helfen und lernen so ganz schnell, eigene Masken zu nähen- natürlich ganz BUNT.

Eine detaillierte zweisprachige Fotoanleitung  leitet Sie gut durch die einzelnen Arbeitsschritte.

Stay@Home and SEW MASKS"

Autorin: U.Grass

Waldhaus Malsch: wir sind für unsere Kinder da

21.03.2020 11:22

Eine erschütternde Nachricht nach der anderen um den Coronavirus bewegen uns alle zutiefst. Szenarien aus Italien lassen uns weinen während unvernünftige Menschen das Risiko der schnellen Verbreitung extrem erhöhen. Ausgangssperren, Hamsterkäufe, Kurzarbeit bedrohen unsere heile Welt- ein Gefühl wie in einem abwärtssaugenden Strudel macht uns fassungslos.
Die Zahl der Infizierten steigt expotential. Wir sind  den Menschen in pflegerischen und Gesundheitsberufen unendlich dankbar. Sie geben in zahlreichen Überstunden ihr Bestes und riskieren dabei selbst, mit dem Virus infiziert zu werden.

Ungehört und kaum gesehen bleibt  die Arbeit für  Kinder und Jugendliche in der Jugendhilfe. Auch hier geht es weiter, denn die Einrichtungen können ihre Kinder und Jugendliche meist nicht nachhause schicken. Kein einfaches Unterfangen für ErzieherInnen, LehrerInnen, Wirtschaftspersonal und Geschäftsführung, die sich weiterhin zum Wohle und Schutz um "ihre" Kinder kümmern und vor allem auch den Kleinen ein vertrauensvolles, sicheres Umfeld bieten wollen. Von  1,5  Meter Abstand kann man hier nur träumen und dennoch müssen alle vor einer Ansteckung geschützt und die Ausbreitung des Virus  verhindert werden. Die eigene Angst, die Krankheit nachhause zu den Liebsten, die vielleicht unter schweren Vorerkrankungen leiden, zu tragen, muss völlig in den Hintergrund treten, darf nicht lähmen.

So sieht es auch  in der Jugendhilfeeinrichtung Waldhaus, Malsch, aus. Während am Freitag, dem 13. März noch die Öffnung der Waldhausschule als systemrelevantes Element zur Unterstützung der Erzieherteams vereinbart und Pläne für Projektwochen „Los Wochos Coronos“ erarbeitet wurden, erfasste bereits am Montag schlechte Nachrichten wie eine Tsunamiwelle die Einrichtung. Nach gelungenem Start in die Woche wurde  das Lehrerkollegium sowie eine Schulklasse vom Gesundheitsamt in häusliche Isolation geschickt, da eine Lehramtsanwärterin positiv getestet wurde. Die Infektion einer weiteren Lehrerkollegin wurde am Dienstag bekannt gegeben.
Für einige Jungen konnte die häusliche Isolation in ihren Elternhäusern organisiert werden.
Für vier Jungen musste Heimleiter Wolfgang Ihle  schnellstmöglich eine Quarantänegruppe im Waldhaus  einrichten, da sie aufgrund häuslicher Umstände nicht nachhause geschickt werden konnten. Dank großartiger Hilfsbereitschaft und Flexibilät der Erzieherteams konnten Kinder in andere Gruppen umziehen, ein Betreuungsteam für die Quarantäne-Gruppe fand sich ebenfalls zügig.

Rasant ist die Entwicklung, flexibel und zügig muss die Geschäftsführung der Einrichtung reagieren. Heimleiter Wolfgang Ihle, Geschäftsleiterin Irene Gerber und Schulleiterin Ursula Grass (in Quarantäne und Home-Office) stimmen mehrmals täglich eng vernetzt alle Maßnahmen ab. Ein Waldhaus-Newsletter hält die Mitarbeiterinnen auf dem Laufenden, die sich mit Herz und Seele weiter um die verbliebenen Kinder und Jugendlichen in der Einrichtung kümmern.

Eine Welle der Solidarität hat die Einrichtung erfasst, was die Arbeit ein wenig erleichtert. Während pädagogisches Personal, Therapeuten und Verwaltung im Waldhaus die Stellung halten, kündigen Lehrerkollegen ihre Rückkehr nach der Quarantäne an: "Ich stehe in den Startlöchern und will den Erziehern helfen. Ab Do bin ich vor Ort.“

In den zahlreichen Jugendhilfeeinrichtungen der Region sieht es nicht anders aus.

Eine großartige Leistung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ebenfalls den Beifall aus den Balkonen verdienen!

Auch wir fordern alle auf, die keinen Grund haben das Haus zu verlassen:
                   Bleibt zuhause und macht unsere Arbeit sicher!